# Plappi FFG-Basisprogramm — Vollreview (Opus 4.8, 2026-05-29)

> Unabhängiges Gegenlesen des kompletten Antrags 71545616 durch Lenai, gegen FFG-Bewertungskriterien + interne Konsistenz. Ergänzt Ottos `KRITISCHE_PRUEFUNG.md`, ersetzt sie nicht.

## Gesamturteil
Inhaltlich **gut bis sehr gut** — der neu geschriebene Text (inhaltliche_NEU.docx) ist gutachter-tauglich: klare Innovationsabgrenzung, echte Risiko-Matrix, saubere Methodik, Quellen, SDG-Mapping. Die Genehmigung hängt NICHT am Text, sondern an **3 Show-Stoppern** (formal/finanziell) + ein paar Zahlen-Inkonsistenzen, die ein strenger Gutachter sofort findet.

## 🔴 SHOW-STOPPER (entscheiden über Genehmigung)

### 1. Förderquote-Annahme vs. eCall-Realität — Finanzierungslücke?
- Planung (`KOSTENPLAN_J1.md`, `projekt.md`) **und der Antragstext selbst** (Abschnitt 2, „FFG-Förderung ~430.000") rechnen mit **55–60 %**.
- Der eCall hat aber automatisch **45 % / 334.927 €** gerechnet (= AGVO-Max für Kleinunternehmen bei experimenteller Entwicklung OHNE Forschungskooperations-Bonus).
- **Zu klären:** Ist 45 % nur der Barzuschuss-Teil (Basisprogramm = Zuschuss + zinsbegünstigtes Darlehen, Paket bis ~70 %)? Wenn ja, kein Loch. Wenn 45 % das Gesamtpaket ist → **~95 k Finanzierungslücke** auf dem 720-k-Projekt, und die Finanzierungstabelle im Antrag stimmt nicht.
- **Hebel auf 55–60 %:** echte Forschungskooperation (Uni-Phonetik/FH) = +Bonus. Steht aktuell auf „optional/offen".

### 2. Anreizeffekt + „Projektstart auf Privatname" (größtes K.O.-Risiko)
- FFG-Account + „Projektstart vor ~1 Monat" laufen auf **Nemanjas Privatperson**, Antragsteller muss aber **Plappi FlexCo (i.G.)** sein → Identitäts-Mismatch.
- AGVO Art. 6: Anreizeffekt ENTFÄLLT, wenn geförderte Arbeit VOR Antrag begonnen hat. Der Text behauptet (Z. 56) „geförderte F&E beginnt erst nach Antragstellung" — das muss faktisch wasserdicht sein. War der „Projektstart" nur ein eCall-Entwurf (unschädlich) oder echte Projektarbeit (schädlich)?
- **Bis das geklärt ist, nicht einreichen.**

### 3. Pflicht-Anhänge fehlen (machen Sektionen erst „grün")
- **Angebote/Leistungsbeschreibungen für Positionen > 20 k**: GPU 60 k, Hardware 130 k, ASR-Daten 35 k, Zertifizierung 30 k. eCall-Hartpflicht. **Otto darf die nicht erfinden — die musst du real beibringen.**
- **Businessplan/Finanzplan**: belegt Restfinanzierung + Folgekosten. Häufigster Startup-Ablehnungsgrund ist genau das.
- BReact-Patronatserklärung (Entwurf da), Eigenmittelnachweis, **Gründer-CV** (N.N.-Stellen brauchen keinen CV, du schon).
- **Bankverbindung** — nur du (Otto-Sicherheitsgrenze).

## 🟡 ZAHLEN-INKONSISTENZEN (vor Einreichung glattziehen)
- **Gemeinkosten:** `KOSTENPLAN_J1.md` sagt 25 % (89 k); eCall wendet **20 % GKZ** an (357 k → 427 k). Doc anpassen.
- **Projektsumme:** Antragstext nennt „~720.000"; eCall-Gesamt inkl. Overhead = **744.000**. Die Finanzierungstabelle muss gegen die Zahl schließen, die der Gutachter sieht (744 k), nicht gegen 720 k.
- **Förderbetrag im Text:** „~430.000" (Z. 245-ff) widerspricht eCall-335 k → Text ODER Annahme korrigieren, sonst geht die Finanzierungsrechnung sichtbar nicht auf.
- **Projektdauer:** Arbeitsplan läuft 07/2026–06/2027 (PM-AP = 12 Mt, andere APs enden 02/2027), Kostenplan spricht von „Forschungsjahr 1 eines 24-Mt-/850-k-Projekts" — aber nur J1-Kosten eingetragen. Gutachter prüft: Dauer Arbeitsplan = Kostenperiode = Projektlaufzeit. Konsistent machen (12 oder 24 Monate, eindeutig).

## 🟢 INHALTLICHER SCHLIFF (Kriterien-Punkte holen)
- **Messbare Ziele FIXIEREN** statt „im Projekt zu fixieren": WER-Zielwert (z. B. „WER < X % auf Kinder-Mehrsprach-Set"), Umsatz-/Marktanteilsziele. Gutachter mögen Zahlen, nicht Platzhalter.
- **Kriterium 2 (ökon. Verwertung) ist die schwächste Säule.** Die 10.000-Geräte-Rechnung (→1,2 Mio/Jahr Abo) ist explizit „illustrativ" — durch echten Bottom-up-Finanzplan ersetzen.
- **Folgekosten (Z. 250):** „übersteigen die Leistungsfähigkeit nicht" ist behauptet, nicht belegt — genau die Startup-Falle. Mit Zahlen unterlegen (Werkzeug, Erstcharge MOQ, Vertrieb).
- Rechtsform-Widerspruch: Footer „Plappi GmbH" vs. Antrag „FlexKapG (i.G.)" + FN/Gründungsdatum = [TODO]. Harte Fakten, die FFG braucht.

## Faktencheck (stichprobenhaft, ok — vor Einreichung formal bestätigen)
- Tonies FY2024 ~480 Mio €, >8 Mio Boxen, >100 Mio Figuren → plausibel.
- EU-Kinder 0–14 ~65,6 Mio (Eurostat) → plausibel.
- EdTech-Sprachlernmarkt 11,7 Mrd USD / CAGR 27 % (market.us) → Vendor-Quelle, als Richtwert kennzeichnen (steht schon).
- Seeweb H100 1,89 €/h, A100 0,99 €/h → plausibel; 60 k ≈ 15.000 GPU-h konservativ ✓.

## Erfolgswahrscheinlichkeit
- Wenn Show-Stopper 1–3 sauber gelöst + Finanzplan beigelegt: **gute Chance** (Innovation + Additionalität sind echt stark).
- Restrisiko bleibt **Kriterium 3 (wirtschaftl. Eignung als i.G.)** und der **Anreizeffekt-Formalfehler** — beide heilbar, aber nicht von Otto allein.
